In der Foto-Grafik zu neuen Bildinterpretationen

Eine digitale Adaption der klassischen Serigrafie

Viele Jahre habe ich künstlerisch im Rahmen des Foto-Siebdrucks gearbeitet und hatte im Fachbereich Foto-Design an der Fachhochschule Dortmund auf diesem Gebiet einen Lehrauftrag.

Mit der Serigrafie kann ich Bildelementen eines „normalen” Fotos durch Minimalisierung und Kontrastierung eine stärkere Gewichtung verleihen, Farben werden subjektiv bestimmten Tonwerten zugeordnet. Der Künstler kann ein Bild also neu interpretieren.

Als Ausgang liegt in der Regel ein schwarz-weiß Bild vor, dass durch eine Tontrennung in abgestufte Kontrastbereiche zerlegt wird. In der herkömmlichen Art wurde vom sw-Negativ in einer Belichtungsreihe auf orthochromatisches Filmmaterial belichtet, und durch weiteres Umkopieren wurden Verhärtungen erstellt, die das Bild in Flächen zerlegten, die jeweils einem Tonwert entsprachen. Erst durch das Zusammenwirken aller Einzeltonwerte entstand das Bild neu.

In der Regel wurden die Flächen vom hellen Ton beginnend immer dunkler, aber immer passgenau aufeinander gedruckt. Dabei war die Farbwahl und die Kontrastierung dem subjektiven Empfinden des Künstlers überlassen.

Heute muss niemand mehr dafür ins Fotolabor und erst recht nicht an den Siebdrucktisch. Auch die Größe eines Bildes ist frei wählbar und jedes Bild kann als Einzelstück produziert werden.

Die Arbeit der Erstellung eines Kunstwerks ist im digitalen Zeitalter angenehmer geworden. Der künstlerische Akt des Sehens, Empfindens und Gestaltens hat sich nicht verändert.

Realisiert von

Detlef Gehring

Foto-Grafik, künstlerische Bildbearbeitung